Rezension: Scythe - Die Hüter des Todes

Buch:

Titel: Scythe – Die Hüter des Todes
Autorin: Neal Shusterman
Verlag: Fischer Sauerländer
Erschienen: 21.09.2017
Seitenzahl: 528
Preis: 19,99 Euro
Reihe: 1. Band (Trilogie)

Inhalt:

Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.

Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …


Meinung:

WoW was für ein World-Building. Ich bin absolut überwältigt von der Idee dieser Zukunft. Ich fühlte mich ständig mit der Frage konfrontiert, ob ich ewige Jugend und Gesundheit wirklich für die ständige Angst aufgeben würde, zum Sterben verurteilt zu werden bzw. wie im Buch benannt „nachgelesen“ zu werden. Für mich persönlich würde ich ein richtiges Leben mit allen Widrigkeiten vorziehen als täglich mit dieser Ungewissheit zu leben.

Wir sollten uns nicht über unsere Natur hinwegsetzen, das geht nur nach hinten los und genau diesen Eindruck gewinnt man nach kurzer Zeit in dieser Welt. Klar mangelt es an nichts, es herrscht Frieden jeder hat Arbeit auch wenn er nicht muss, keiner verhungert, wird krank oder stirbt. Allerdings wundert es mich nicht, dass manche Menschen ausgebrannt wirken. Es wird langweilig, denn was will man noch entwickeln, wenn die höchste Stufe schon erreicht ist? Wenn wir alles wissen, was je passiert ist und noch sein wird? Wenn sogar unsere Emotionen von Naniten gesteuert werden. Sind wir dann noch wir selbst? Ist das wirklich ein lebenswertes Leben? In diesem Buch erleben wir, das selbst das scheinbar perfekteste System der Menschlichen Psyche nicht gewachsen ist, denn daraus lässt sich kein Algorithmus erstellen. Im Endeffekt setzen sich die Emotionen immer durch, sowohl die positiven als auch die Negativen. 


Das Buch regt einen sehr zum nachdenken an. Man wägt ständig die Vor- und Nachteile dieses Systems ab und versucht sich vorzustellen, wie es wäre, wenn man selbst in diese Zukunft geboren wäre. Die Scythe scheinen mir hier die ganze Last der Menschheit zu tragen, ich könnte es glaube ich nicht verantworten jemanden willkürlich zu Tode zu verurteilen. Es ist ein einsames Leben voller Entbehrungen und es bietet einem nichts als Schmerz und Verlust. Also Respekt an diejenigen die es ausführen. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe, welche es genießen was sie tun, so wie Goddard. Aber sobald man es genießt ein Leben zu nehmen ist es Mord, nur ist diese Straftat den wenigsten Lebenden bekannt, weil es diese Straftat in einer Unsterblichen Welt nicht gibt und so wird es toleriert, aus Angst und Unwissenheit.

Das Buch ist aus der Sicht von 2 Protagonisten geschrieben. Citra und Rowan, welche beide zusammen die Lehre bei Scythe Faraday antreten, bevor viele unerwartete und schreckliche Dinge passieren.

Mit Citra wurde ich leider bis zum Ende nicht warm. Sie ist sehr menschlich, jedoch auch sehr ehrgeizig und korrekt. Leider habe ich bei ihr et-was an Humor und Tiefgründigkeit vermisst, was mir wiederum bei Rowan sehr gut gefallen hat. Ich mochte seine Abschnitte sehr viel lieber, weil es einfacher war sich in seinem Kopf wohl zu fühlen, bzw. mit ihm zu fühlen. Citra war mir etwas zu oberflächlich.

Zwischen den einzelnen Kapiteln sind immer wieder Tagebucheinträge von berühmten Scythe zu lesen, hauptsächlich von unseren Haupt-Scythe. Das war wirklich sehr interessant und hat die Atmosphäre verstärkt. Man konnte in die Köpfe der erfahrenen Scythe schauen und verstand sie somit gleich besser, oder eben auch gar nicht.

Das Ende war wirklich herausragend und obwohl ich es am Anfang noch nicht gedacht hätte, wollte ich am liebsten direkt den zweiten Teil lesen.


Fazit:

Ein absolut grandioser Auftakt der Trilogie. Die Idee dieser Zukunft ist faszinierend und erschreckend zugleich und man macht sich ständig Gedanken darüber wie es wohl wäre selbst in dieser Welt zu leben. Eine sehr spannende Geschichte mit tollen Protagonisten, welche zum Nach-denken anregt.




Ich habe nichts auszusetzen.
Toller Schreibstil, tolle Story und tolle Charaktere!

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