Rezension: "Die Kinder des Nebels - Die Nebelgeborenen"

Buch:


Titel: Kinder des Nebels – Die Nebelgeborenen
Original: Mistborn – The Final Empire
Autorin: Brandon Sanderson
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: Neuausgabe 1. März 2018
Umfang: 896 Seiten
Preis: 18,00 Euro Broschiert
Reihe: Band 1, Trilogie
ISBN: 978-3-492-70479-3


Inhaltsangabe:

Ein roter Himmel, Asche, die das Land bedeckt, und unheimliche Nebel, die aus dem Boden emporsteigen – die Welt des Letzten Reiches ist düster und unheilvoll. Der unsterbliche Lord Ruler herrscht mit eiserner Hand und unterdrückt das Volk der Skaa als Sklaven. Doch damit will Kelsier sich nicht abfinden. Der junge Skaa besitzt mächtige Fähigkeiten und versammelt eine Gruppe Rebellen um sich, um einen ungeheuerlichen Plan zu verwirklichen: Mithilfe der magischen Kräfte der Allomantie will Kelsier Lord Ruler stürzen ...


Meinung:

Nachdem ich über Jahre hinweg auf den ganzen Youtube Kanälen immer wieder Lobgesänge auf diese Reihe gehört habe, stand diese schon sehr lange auf meiner Liste zu lesender Bücher, jedoch kam immer etwas dazwischen. Da nun aber seit letztem Jahr eine Neuauflage der Bücher erscheint und diese wirklich atemberaubend schön aussieht, war es dieses Jahr endlich soweit und ich holte mir die ersten zwei Bände.

Bereits nach den ersten paar Seiten war mir klar: Eine gute Entscheidung. Die Geschichte startet sehr langsam, jedoch nicht langweilig, bereits nach kurzer Zeit wird man mitgerissen und möchte wissen wie sich dieser aberwitzige Plan, den unser Protagonist ersonnen hat, weiterentwickelt.

Wie das bei großen Fantasy-Reihen gang und gebe ist, dauert es eine Weile hineinzukommen, die Welt und ihre Besonderheiten zu verstehen und vor allem bei den vielen Charakteren durchzusteigen. Hat man diese Schwelle überwunden, findet man sich in einer fantastischen Welt voller Magie und dunkler Geheimnisse wieder, die man einen nicht mehr so schnell loslässt.

Die Magie die Brandon Sanderson in dieser Welt erschaffen hat ist außergewöhnlich und einmalig. Sie ist etwas völlig Neues, noch nie habe ich etwas ähnliches erlebt. Dabei ist sie vollkommen sinnig und wohldurchdacht, es gibt keinerlei Unstimmigkeiten. Jedes Metall steht für eine Fähigkeit und bewirkt bestimmte Dinge. Dadurch, dass wir Vin als Nebelgeborenen Lehrling begleiten, lernen wir zusammen mit ihr die ganze Vielfalt und Macht dieser Magie kennen. Dabei ist sie auf keinen Fall übermächtig, sie hat ihre Fehler und Tücken und genau das gefällt mir richtig gut.

Im ersten Teil geht es Hauptsächlich um die Unterdrückung der Skaa und wie unsere Bande um Kelsier versucht, die Ungerechtigkeit, die bereits seit 1000 Jahren andauert zu beenden. Wir verfolgen die Gruppe um Kelsier bei der Planung, und trotz ihrer genialen Schachzüge stehen sie doch immer wieder vor Schwierigkeiten welche sie umgehen müssen. Jeder der Charaktere erfüllt seine eigene Rolle und alles ist so vielschichtig und verwoben, man weiß nie was als nächstes kommt und genau das hat so unglaublich viel Spaß gemacht beim Lesen. Immer wieder kommt eine neue Überraschung, eine neue Lektion oder ein neues Geheimnis. Von letzteren gibt es obwohl, das erste Buch schon viel entschlüsselt hat noch eine ganze Menge zu entdecken. Ständig wird eine sehr böse Dunkelheit erwähnt, welche die Welt verschlingt, der sogenannte Dunkelgrund, der Oberste Herrscher hat diese wohl bekämpft, aber was genau dies ist erfahren wir noch nicht und nach einigen Andeutungen gehe ich stark davon aus, dass wir dies noch früh genug erfahren werden.

Die Trilogie ist keinesfalls etwas für leichte Gemüter. Die Welt ist grausam und brutal. Die privilegierten Adligen behandeln die Menschen wie Tiere, mehr noch wie Ungeziefer, dass man zertreten sollte, wenn sie nicht Sklaven benötigen würden, die die Drecksarbeit erledigen. Diese brutale Verachtung des menschlichen Lebens ist richtiggehend schockierend. Man kann sich in die Wut der Protagonisten so gut hineinversetzen, denn immer wieder geschehen Dinge oder Worte werden gesprochen, die einem zum kochen bringen. 

Zu den Protagonisten. Zunächst ging ich davon aus, dass wir hauptsächlich aus Kelsiers Sicht lesen, was nicht ganz der Fall war. Wir lernen Vin recht früh kennen eine Straßendiebin, die zu sich selbst finden muss. Und das war ein kluger Schachzug des Autors, wir begleiten sie bei Ihrer Ausbildung in der Allomantie, der Magie dieser Welt, und erfahren somit alles was es über dieses Magiesystem zu wissen gibt. Vin hatte kein leichtes Leben, dennoch muss ich zugeben, dass ich sie am Anfang absolut nicht ausstehen konnte und mich durch ihre Kapitel etwas geschleppte habe. Sie war ständig misstrauisch und auch kaltherzig, Humor und Freude waren ihr fremd, und auch wenn man es nachvollziehen konnte warum sie so ist, so war es doch etwas schwierig mit ihr. Gott sei dank entwickelt sie sich zu einer wirklich guten Protagonistin und ihre späteren Sequenzen, vor allem die auf den Bällen der Adligen zusammen mit Elant habe ich so sehr genossen und verschlungen. Ich bin gespannt wie es mit ihr weiter geht.

Kelsier ist mein absoluter Liebling. Ich liebe seine Abschnitte, die leider etwas wenig waren. Er ist ein so unglaublich starker Mann und ich liebe seinen immerwährenden Humor, mit dem er der Welt trotzt. Obwohl er ein wirklich guter Mensch ist, so hat er eine sehr brutale und kalte Seite. Durch das was er erlebt hat, hasst er alles und jeden was mit dem Adel in Verbindung steht und sein Verfahren mit diesen und Angehörigen ist rigoros. Ich fand dies aber nicht verstörend, jeder hat eine dunkle Seite und seine war einfach faszinierend. Ein toller Charakter, den man trotz oder gerade wegen seines Egos einfach nur lieben kann. 

Elant hat sich ebenfalls langsam in mein Herz geschlichen. Als man ihn das erste mal trifft, so weiß man direkt das er eine Rolle spielen wird. Ich liebe seine Tändeleien mit Vin und die Wortgefechte sind absolut superb. Einziges Manko, wie Kelsier schon sagte ist, dass er ein gutes Herz hat, aber nicht sehr viel Tatendrang. Dies ändert sich jedoch und ich bin so neugierig was noch kommen wird.

Der Rest der Crew ist jeder für sich einfach unglaublich. Es macht so viel Spaß von jedem die Geschichte und ihre Beweggründe zu erfahren und es ist wirklich rührend wie loyal alle zueinander stehen und sich um jeden kümmern.

Das Ende oder besser der Weg dahin hat mich zerstört. Ich bin absolut geschockt und obwohl es sich ja leise anbahnte, war es dennoch herzzerreißend. 

Fazit:

Bereits nach ein paar Seiten hält diese Welt aus Nebel und Asche einen gefangen. Das Magiesystem ist einzigartig und faszinierend, die Protagonisten und Antagonisten sind herausragend und immer wieder wird man überrascht und muss sich neuen Widrigkeiten stellen. Ein absolut faszinierender und grandioser Auftakt in die Reihe der Nebelgeborenen. Ich werde direkt zum zweiten Band greifen. 


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